Datensammlung und Datenschutz auf Websites
Welche Daten sammeln Websites?
Technische Daten: IP-Adresse, Geraet, Browser, Betriebssystem - werden automatisch erfasst.
Verhaltensdaten: Aufgerufene Seiten, verbrachte Zeit, Klicks - werden fuer Analysen genutzt.
Personenbezogene Daten: Name, E-Mail, Adresse - gibst du bei der Registrierung an.
Cookies: Speichern Anmeldedaten und Gewohnheiten - oft fuer Werbung genutzt.
Standortdaten: Genaue oder ungefaehre Position - per Erlaubnis oder IP-Adresse.
Soziale Daten: Profildaten, die bei Social-Login geteilt werden.
Zahlungsdaten: Kartendaten und Rechnungsinfos - bei Einkaeufen angegeben.
Wichtig zu wissen
In der EU, also auch in Ungarn, regelt die DSGVO diesen Bereich. Zustimmung ist notwendig, zum Beispiel ueber Cookie-Banner. Du hast das Recht, die Loeschung deiner Daten zu verlangen.
Kurz gesagt: Websites wissen, was du dort tust und oft auch, wer du bist oder was dir gefaellt - besonders wenn du ueber mehrere Seiten hinweg verfolgt wirst.
Wie gelangen diese Informationen zu den Unternehmen?
- Direkt: Der Browser sendet einiges automatisch, zum Beispiel IP und Geraeteinfos.
- Cookies und Tracking-Codes: Externe Dienste wie Google Analytics oder Meta Pixel senden Daten weiter.
- Inhalte von Drittanbietern: Eingebettete Videos oder Social-Media-Buttons sammeln ebenfalls Daten.
- Social Login: Beim Anmelden mit einem anderen Konto werden Profildaten geteilt.
- Formulare: Bei Registrierung oder Bestellung landen Daten direkt in Datenbanken.
- Datenaustausch: Unternehmen kaufen und verkaufen Daten untereinander, etwa in Werbenetzwerken.
- Geraete-Fingerprinting: Bildschirmgroesse, Schriftarten und andere Merkmale ergeben eine eindeutige Kennung.
Beispiel: Du schaust dir Schuhe in einem Webshop an - danach erscheinen dir ueberall Schuhwerbungen.
Wie werden Daten gespeichert und wo liegt der Unterschied?
Speicherung
- In Datenbanken: Strukturierte Daten wie Name, E-Mail und Einkaeufe.
- In der Cloud: AWS, Google Cloud oder Azure - grosse Datenmengen mit Sicherungen.
- Verschluesselt: Passwoerter werden gehasht, sensible Daten verschluesselt - aber nicht immer gut genug.
- Zur Analyse: Daten werden in weitere Systeme wie Google Analytics kopiert.
Legale und illegale Datensammlung
Legal: Es gibt eine Rechtsgrundlage wie Einwilligung, Vertrag oder berechtigtes Interesse, die Verarbeitung ist transparent, auf notwendige Daten beschraenkt und sicher gespeichert.
Illegal: Keine Zustimmung, heimliche Sammlung, zu viele Daten, unrechtmaessige Weitergabe oder schwacher Schutz.
Beschaffungsarten
Legal: Du gibst die Daten selbst an, nach Cookie-Zustimmung oder im Rahmen eines Vertrags.
Illegal/Graubereich: Taeuschende Banner, vorangekreuzte Einwilligungen oder Datenhaendler.
| Legal | Illegal |
|---|---|
| Du weisst davon | Geschieht heimlich |
| Du stimmst zu | Keine Zustimmung |
| Zweckgebunden | Unbegruendet |
| Daten werden geschuetzt | Daten werden nicht geschuetzt |
Welche Firmen nutzen diese Daten und wie viel sind sie wert?
Wie viel sind Daten wert?
Die Daten einer einzelnen Person sind fuer sich genommen wenig wert, oft nur einige Cent. In grossen Mengen sind sie jedoch ein Milliardengeschaeft. In der Werbebranche kann datenbasierte Werbung die Effizienz deutlich steigern.
Beispiele: Eine politische Adressliste kann Hunderttausende Dollar wert sein, einzelne Profile reichen von wenigen Cent bis zu einigen Dollar.
Welche Firmen?
Dazu gehoeren Tech-Konzerne wie Google, Meta und Amazon, Datenbroker wie Acxiom und Experian, Werbenetzwerke wie Google Ads und Facebook Ads sowie politische Firmen wie Cambridge Analytica.
Der Cambridge-Analytica-Skandal
Der Cambridge-Analytica-Skandal wurde 2018 bekannt. Das Unternehmen sammelte die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern ueber eine Persoenlichkeitstest-App, die nicht nur auf die Daten der Teilnehmer, sondern auch auf die ihrer Freunde zugreifen konnte.
Aus diesen Daten wurden detaillierte psychologische Profile erstellt, die in politischen Kampagnen fuer personalisierte Botschaften genutzt wurden, etwa bei der US-Praesidentschaftswahl und beim Brexit-Referendum.
Nach dem Skandal erhielt Facebook eine Milliardenstrafe, Cambridge Analytica wurde geschlossen, und der Fall zeigte deutlich, wie Daten zur politischen Beeinflussung eingesetzt werden koennen.